Die zehn spirituellen Zeichen

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Wir alle kennen die Zehn Gebote - zumindest dem Namen nach. Hierzu eine Erklärung vorweg: So etwas wie die Zehn Gebote gibt es nicht. Nein! - Ihr habt richtig gelesen. Denn wem sollte Gott (auch das Göttliche oder göttliches Bewusstsein) gebieten? Ihm selbst? Und warum wären solche Gebote erforderlich. Was immer Gott will - das ist! Oder etwa nicht? Wie sollte es da also nötig sein, irgend jemanden zu gebieten?

 

Aber was sind die „Zehn Gebote“ wirklich und zu welchem Zweck wurden sie uns Menschen gegeben? Schon Moses fragte zu seiner Zeit: „Wie kann ich wissen, dass ich auf dem richtigen Wege bin? Gib mir ein Zeichen.“ Diese Frage wird auch von uns dann gestellt, wenn wir uns auf dem spirituellen Weg zu Gott begeben und überprüfen möchten, dass wir uns auch darauf befinden und ihn wahrhaft gehen. Gott hat zu seiner Zeit Moses und damit uns allen in einfachen und klaren Worten erklärt, wie es sich mit uns verhalten wird, wenn wir mit ihm eins werden. Zu diesem Zweck hat er uns folgende Zeichen gegeben, damit wir wissen, dass wir auf dem spirituellen Weg sind.

 

Dies sind nun die „zehn spirituellen Zeichen“: Wir werden wissen, dass wir den spirituellen Weg zu Gott genommen haben, wenn wir folgende Zeichen an uns erkennen:

 

1. Zeichen: Wir werden Gott mit unserem ganzen Herzen, mit unserem ganzen Geist und mit unserer ganzen Seele lieben und stellen keinen anderen Gott über ihn. Wir werden nicht länger menschliche Liebe oder Erfolg oder Macht oder irgendein Symbol anbeten. Wir werden alle diese Dinge aufgeben, so wie ein Kind sein Spielzeug ablegt. Nicht, weil diese Dinge nichts wert sind, sondern weil wir ihnen entwachsen sind.

 

2. Zeichen: Wir werden den Namen Gottes nicht missbrauchen und Gott auch nicht um nichtigere Dinge willen anrufen. Wir werden die Macht des Wortes und der Gedanken verstehen und nicht daran denken, den Namen Gottes auf gottlose Weise auszusprechen. Wir werden seinen Namen nicht vergeblich gebrauchen, weil wir es nicht können. Denn sein Name - das große „Ich bin“ - wird nicht und kann niemals vergeblich (das heißt ergebnislos) gebraucht werden. Und wenn wir Gott gefunden haben, werden wir dies wissen.

 

3. Zeichen: Wir werden daran denken, Gott einen Tag vorzubehalten, und wir werden diesen Tag heilig nennen. Das, damit wir nicht lange in unserer Illusion verharren, sondern uns dazu bringen, uns daran zu erinnern, wer und was wir sind. Und dann werden wir bald jeden Tag und jeden Augenblick heilig nennen.

 

4. Zeichen: Wir werden unsere Mutter und unseren Vater ehren - und wir werden wissen, dass wir alle Gotteskinder sind, wenn wir unseren Gottvater/unsere Gottmutter in allem, was wir sagen oder tun oder denken, ehren. Und so wie wir Gottvater/Gottmutter und unseren Vater und unsere Mutter auf Erden ehren - denn sie haben uns unser Leben gegeben -, werden wir ein jedes Wesen ehren.

 

5. Zeichen: Wir werden darauf achten, dass wir nicht morden - das heißt, willentlich ohne Grund töten. Denn obgleich wir verstehen, dass wir keinesfalls das Leben eines anderen beenden können - alles Leben ist ewig -, werden wir uns doch nicht dazu entscheiden, ohne allerheiligsten, gerechtfertigsten Grund irgendeiner bestimmten Inkarnation ein Ende zu setzen oder irgendeine Lebensenergie von einer Form in eine andere zu verwandeln. Unsere neue Ehrfurcht vor dem Leben wird uns dazu veranlassen, alle Lebensformen - einschließlich der Pflanzen, Bäume und Tiere - zu achten und nur dann auf sie einzuwirken, wenn es dem höchsten Gut dient.

 

6. Zeichen: Wir werden die Reinheit der Liebe zu unserer Lebensgefährtin / unseren Lebensgefährten nicht durch Unehrlichkeit oder Täuschungen entweihen, denn das ist ehebrecherisch.

 

7. Zeichen:Wir werden kein Ding nehmen, das uns nicht gehört, noch werden wir betrügen, ein Komplott schmieden, einem anderen schaden, um etwas zu bekommen, denn das hieße stehlen.

 

8. Zeichen: Wirwerden nichts Unwahres sagen und somit kein falsches Zeugnis von uns und dem Göttlichen geben

 

9. Zeichen: Wir werden nicht unseres Nächsten Gefährtin/Gefährten begehren, denn warum sollten wir unseres nächsten Gefährtin/Gefährten haben wollen, wenn wir wissen, dass alle anderen unsere Seelengefährten sind?

 

10. Zeichen: Wir werden nicht unseres Nächsten Güter begehren, denn warum sollten wir unseres Nächsten Güter haben wollen, wenn wir wissen, dass alle Güter die unseren sein können und alle eure Güter der Welt angehören?

 

Wir werden wissen, dass wir den Weg zu Gott gefunden haben, wenn wir diese Zeichen an uns sehen. Denn Gott verspricht uns, dass keiner, der wahrhaft Gott sucht, noch länger diese Dinge tun wird. Es wäre unmöglich, solche Verhaltensweisen fortzusetzen.

 

Das sind unsere Freiheiten, nicht unsere Beschränkungen. Das sind Gottes Verpflichtungen, nicht seine Gebote. Denn Gott kommandiert nicht herum, was von ihm erschaffen worden ist – Gott sagt uns Gotteskindern nur: Auf diese Weise werdet ihr wissen, dass ihr auf dem richtigen Weg seid und nach Hause kommt. Gottes Antwort darauf ist ewig gültig. Es gab und wird nie Gebot geben. Denn wem sollte Gott gebieten? Und wen sollte er bestrafen, wenn seine Gebote nicht eingehalten werden? Sich selbst? ... denn es gibt nur Gott - und alles, was ist, ist Gott.

 

Wir müssen also keine zehn Gebote einhalten, um zu Gott zu finden, auf dem göttlichen Weg zu bleiben und um „in den Himmel zu kommen“. Abgesehen davon, dass es so etwas wie „in den Himmel kommen“ nicht gibt. Es gibt nur ein Wissen, dass wir schon dort sind. Es gibt ein Akzeptieren und ein Verstehen - aber es gibt kein dafür Arbeiten und kein Hinstreben. Wir können nicht dorthin gehen, wo wir schon sind. Dazu müssten wir den Ort, wo wir sind, verlassen, und das würde den Zweck der Reise zunichte machen.

 

Ironischerweise denken die meisten Menschen, dass sie von dort, wo sie sind, weggehen müssen, um dahin zu kommen, wo sie hinwollen. Und so verlassen sie den Himmel, um in den Himmel zu gelangen - und gehen durch die Hölle. Der Himmel - wie wir ihn nennen – ist nirgendwo. Er ist jetzt, und er ist hier. Wir haben bisher nicht erfahren, dass wir im „Himmel“ sind, weil wir es nicht wussten – es fehlte uns an „Erleuchtung“. Denn Erleuchtung ist das Verstehen, dass wir nirgendwohin gehen müssen, nichts tun müssen und niemand sein müssen, außer genau der Mensch, der wir sind.

 

Wir sind auf der Reise nach nirgendwohin, leben im „Jetzt“ ein Leben „ohne Gebote“ und können alles sein, tun und haben – genießen wir also dieses Leben mit dem richtigen Bewusstsein.